Flipchart-Papier hat kein genormtes Format. Am häufigsten ist der Block in 68 × 99 cm, daneben findest du 65 × 98 cm, 65 × 100 cm und 63 × 98 cm. Die Grammatur liegt zwischen 50 und 90 g/m², und für Workshops mit kräftigen Markern solltest du 80 g/m² nehmen, weil dann nichts auf das nächste Blatt durchdrückt. Wichtiger als ein paar Zentimeter Unterschied ist, dass die Lochung auf die Haken deines Gestells passt.
Kurz gesagt
- Standardformat ist 68 × 99 cm. 65 × 98 cm heißt im Handel oft „Euro“.
- DIN A1 (59,4 × 84,1 cm) ist kein normales Flipchart-Format, sondern für Tisch-Flipcharts gedacht.
- 80 g/m² für Workshops und Plakate, die an der Wand hängen. 70 g/m² für Besprechungen. 55 bis 60 g/m² nur für Wegwerf-Notizen.
- Ein 20-Blatt-Block in 68 × 99 cm mit 80 g/m² wiegt rund 1,1 kg.
- Achte auf Universallochung. Sie passt auf fast alle Gestelle, egal von welchem Hersteller der Block stammt.
Diese Formate gibt es im Handel
Wie viele Formate tatsächlich unterwegs sind, zeigt ein Blick in den Filter eines großen Bürohändlers: Viking listet für Flipchart-Papier zehn verschiedene Formatangaben, von 58 × 81 cm bis 68 × 99 cm, dazu „Euro“, „DIN A1“ und „Spezial“ (Stand 18.10.2026). Die Unterschiede klingen klein. Auf dem Gestell siehst du sie trotzdem, vor allem in der Höhe.
| Format | Wo du es findest | Beispiel aus Herstellerangaben (Stand 18.10.2026) |
|---|---|---|
| 68 × 99 cm | Standard bei den meisten deutschen Marken | nitor: 20 Bogen, 80 g/m², Universallochung; Neuland: 20 Blatt, 80 g/m², Recyclingpapier mit Blauem Engel |
| 65 × 98 cm | oft als „Euro“ bezeichnet | Legamaster: 2 × 50 Blatt, 80 g/m², 6-fach-Universallochung; Bi-Office: 20 Blatt, 55 g/m² |
| 65 × 100 cm | französische und belgische Marken | Exacompta: 20 Blatt kariert, 80 g/m², Recyclingpapier |
| 63 × 98 cm | günstigere Großpackungen | Exacompta: 50 Blatt, 60 g/m², Universallochung |
| 65 × 95,5 cm | Nobo-Blöcke für Nobo-Gestelle | Nobo: 20 Blatt, 60 g/m² |
| 59,4 × 84,1 cm (DIN A1) | Tisch-Flipcharts, kleine Gestelle | Maß nach ISO 216 |
| 58 × 81 cm | kleine Aufsteller | vereinzelt im Handel |
Die Faustregel: Alles zwischen 63 und 68 cm Breite und 95 bis 100 cm Höhe läuft auf einem normalen Gestell problemlos. Darunter wird es eng. Ein A1-Block ist fast 15 cm kürzer als der Standard, auf einer Schreibtafel von rund einem Meter Höhe bleibt dann unten ein breiter leerer Streifen. Wofür sich A1 trotzdem lohnt und welche Gestelle es gibt, steht im Ratgeber zum Flipchart.
Passt der Block auf dein Gestell?
Über das Passen entscheidet nicht das Format, sondern die Lochung. Fast alle Markenblöcke haben heute eine Universallochung. Legamaster beschreibt sie bei seinem Block als 6-fach-Universallochung, Exacompta als Lochung, die an alle Tafeln passt. Die Löcher sind so gesetzt, dass mehrere übliche Hakenabstände getroffen werden. Ein einheitliches Lochmaß legt aber keine Norm fest, deshalb lohnt der Blick aufs eigene Gestell.
So prüfst du in zwei Minuten, ob ein neuer Block passt:
- Miss an deinem Gestell den Abstand der beiden äußeren Haken von Mitte zu Mitte und notiere, ob die Haken verstellbar sind.
- Miss die Breite der Klemmleiste. Ein Block, der breiter ist als die Leiste, steht seitlich über und reißt beim Umblättern schneller ein.
- Miss die Höhe der Schreibtafel. Ist der Block deutlich kürzer, bleibt unten Fläche ungenutzt. Ist er länger, hängt er über die Stiftablage.
- Lege den alten Block neben den Kaufkandidaten und vergleiche die Lochbilder auf dem Produktfoto oder dem Datenblatt.
Achtung
Nicht jeder Block ist perforiert. Neuland liefert seinen karierten Recyclingblock bewusst ohne Perforation, damit sich beim Umblättern keine Blätter lösen. Das ist im Moderationsalltag praktisch, heißt aber: Du brauchst ein Lineal oder ein Cuttermesser, wenn du Blätter abtrennen willst. Prüfe vor dem Kauf, was dir wichtiger ist.
Wenn du Blöcke verschiedener Marken mischst, hilft ein Gestell mit verstellbaren Haken und Klemmleiste mehr als jede Formatrecherche. Dann ist die Lochung fast egal.
Grammatur: 55, 60, 70 oder 80 g/m²
Die Grammatur gibt an, wie viel ein Quadratmeter Papier wiegt. Bei Flipchart-Papier reicht die Spanne von 50 bis 90 g/m². Im Viking-Sortiment sind 70 g/m² mit 11 Artikeln am häufigsten, knapp vor 80 g/m² mit 9 Artikeln (Stand 18.10.2026). Dünner heißt billiger und leichter. Dünner heißt aber auch: Kräftige Farben scheinen durch, und das Blatt wellt sich, wenn es tagelang an der Wand hängt.
| Wenn du … | dann nimm | weil |
|---|---|---|
| Workshops mit mehreren Farben und dicken Markern machst | 80 g/m² | die Tinte drückt kaum auf das nächste Blatt, und das Plakat bleibt an der Wand glatt |
| Ergebnisse tagelang im Raum hängen lässt oder später abfotografierst | 80 g/m² | dickeres Papier hängt ruhiger und wirft weniger Falten im Foto |
| Teammeetings und kurze Besprechungen moderierst | 70 g/m² | reicht für Schwarz und Blau, der Block bleibt leichter |
| nur schnell Notizen machst, die danach ins Altpapier gehen | 55 bis 60 g/m² | günstig und leicht, Durchscheinen ist dann egal |
| viel mit Wachsmalblöcken oder Kreide malst | 80 bis 90 g/m² | das Papier hält kräftigen Druck besser aus |
Die Marker sind die zweite Hälfte der Rechnung. Flipchart-Marker auf Wasserbasis sind dafür gebaut, auf Papier nicht durchzuschlagen. edding wirbt beim Flipchart-Marker 380 genau damit, dass die Farbe nicht auf das nächste Blatt durchgeht. Permanentmarker mit Alkoholtinte drücken dagegen auch durch 80 g/m², dafür ist dann nicht das Papier schuld. Welche Stiftarten es gibt und welche wohin gehören, erklärt der Ratgeber zu Whiteboard-Markern. Den Unterschied zwischen Permanentmarker und Flipchart-Marker findest du im Glossar.
Praxis-Tipp
Mach vor dem ersten Termin mit einem neuen Block einen Durchschlagtest: Schreib auf das oberste Blatt mit deinem dicksten Marker ein Wort in Rot und eins in Schwarz und schau nach fünf Minuten auf das Blatt darunter. Siehst du Spuren, legst du beim Workshop immer ein leeres Blatt als Puffer dazwischen oder wechselst die Stifte.
Für Workshops ist ein Vorrat karierter Flipchart-Blöcke mit 80 g/m²* die Sorte, mit der du am wenigsten Ärger hast. Kariert oder blanko ist dabei Geschmackssache: Das Raster hilft beim geraden Schreiben und fällt aus ein paar Metern kaum auf.
Was ein Block wiegt
Kein Hersteller schreibt das Blockgewicht groß auf die Packung, dabei ist es leicht auszurechnen. Die Formel lautet: Blattfläche in m² × Grammatur × Blattzahl.
| Block | Rechnung | Papiergewicht |
|---|---|---|
| 68 × 99 cm, 80 g/m², 20 Blatt | 0,673 m² × 80 g × 20 | ca. 1,08 kg |
| 68 × 99 cm, 80 g/m², Fünferpack | 1,08 kg × 5 | ca. 5,4 kg |
| 65 × 98 cm, 80 g/m², 50 Blatt | 0,637 m² × 80 g × 50 | ca. 2,55 kg |
| 65 × 95,5 cm, 60 g/m², 20 Blatt | 0,621 m² × 60 g × 20 | ca. 0,75 kg |
| 63 × 98 cm, 60 g/m², 50 Blatt | 0,617 m² × 60 g × 50 | ca. 1,85 kg |
Die Rechnung passt gut zu den Herstellerangaben. Nobo nennt für den 20-Blatt-Block mit 60 g/m² ein Produktgewicht von 790 g, gerechnet sind es rund 750 g Papier, der Rest ist die Pappe. Exacompta gibt für den 50-Blatt-Block in 63 × 98 cm 1.781 g an (Stand 18.10.2026).
Relevant wird das, wenn du zu einem Termin fährst. Ein Fünferpack mit 80 g/m² wiegt gut 5 kg und ist knapp einen Meter lang. Unter dem Arm trägt sich das schlecht, schon gar nicht zusammen mit dem Gestell. Wer viel unterwegs ist, nimmt lieber zwei Blöcke à 50 Blatt statt fünf à 20: weniger Pappe, gleiches Papier.
Wie viele Blöcke du brauchst
Den Bedarf rechnest du am besten pro Termin von unten nach oben. Ein Beispiel für einen zweitägigen Workshop mit 16 Teilnehmenden in vier Kleingruppen, mit diesen Annahmen:
- Plenum: Agenda, Erwartungen, Themenspeicher, Ergebnisse und Abschluss ergeben etwa 8 Blatt pro Tag.
- Kleingruppen: 4 Gruppen × 2 Arbeitsphasen pro Tag × 2 Blatt pro Phase ergeben 16 Blatt pro Tag.
- Fehlversuche und Puffer zwischen den Blättern: 20 Prozent Aufschlag.
Gerechnet heißt das: (8 + 16) × 2 Tage = 48 Blatt, plus 20 Prozent macht rund 58 Blatt. Das sind drei Blöcke à 20 Blatt oder ein 50er plus ein 20er. Nimmst du ein Fünferpack mit, hast du genug Reserve für spontane Gruppenarbeiten. Deine eigenen Zahlen setzt du einfach in dieselbe Rechnung ein.
Wer regelmäßig moderiert, kauft im Großpack und lagert die Blöcke liegend. Stehend gelagerte Blöcke biegen sich unten um, und die erste Seite hat dann einen Knick, der auf jedem Foto zu sehen ist.
Typische Fehler beim Kauf
Nach Preis pro Block statt pro Blatt vergleichen
Ein Block mit 20 Blatt und einer mit 50 Blatt stehen im Shop oft nebeneinander. Teile den Preis durch die Blattzahl und berücksichtige die Grammatur, sonst wirkt der dünne 50er-Block günstiger, als er für deinen Zweck ist.
A1 für ein großes Gestell kaufen
A1 klingt nach Standard, weil das Format aus dem Büro bekannt ist. Auf einem normalen Flipchart bleibt darunter ein breiter leerer Streifen, und der schmalere Block sitzt nicht auf jedem Hakenpaar sauber. A1 gehört auf Tisch-Flipcharts.
Das falsche Material für die Wand
Wenn Ergebnisse an Moderationswand oder Wand hängen sollen, reicht dünnes Papier nicht: Es wellt sich, und Klebeband reißt die Ecken aus. Für Pinnwände und Kartenabfragen ist eine Moderationswand mit Packpapier oft die bessere Fläche als ein Flipchart-Blatt.
Ohne Blick auf die Perforation bestellen
Mikroperforation unter der Lochung sorgt für saubere Abrisskanten. Fehlt sie, reißt das Blatt beim schnellen Abziehen schräg ein. Umgekehrt willst du bei Blöcken, die nur umgeblättert werden, gerade keine Perforation. Beides steht im Datenblatt, du musst nur hinsehen.
Meine Empfehlung
Für die allermeisten Gestelle und Einsätze ist der Block in 68 × 99 cm mit 80 g/m², kariert und mit Universallochung die richtige Wahl. Er passt fast überall, schlägt mit Flipchart-Markern nicht durch und hängt an der Wand ordentlich. 65 × 98 cm kannst du genauso nehmen, wenn dein Gestell von Legamaster stammt oder ein Händler nur dieses Format führt.
70 g/m² lohnen sich, wenn du vor allem kurze Besprechungen moderierst und die Blätter nicht aufhebst. 55 bis 60 g/m² lohnen sich für kaum jemanden, der mit Gruppen arbeitet: Das gesparte Geld geht an Pufferblättern und blassen Fotos wieder verloren. Nicht lohnenswert ist auch der A1-Block für ein großes Gestell.
Wer beim Papier ohnehin ein Gestell mit festen Haken hat, sollte vor dem Wechsel der Marke einmal messen. Wer flexibel bleiben will, kauft ein Gestell mit verstellbaren Haken und Klemmleiste. Mehr zu passendem Zubehör für Board und Flipchart steht im Zubehör-Ratgeber. Für den Start reicht ein Fünferpack Flipchart-Papier in 68 × 99 cm* mit Universallochung.
Alle Herstellerangaben in diesem Artikel stammen aus den verlinkten Datenblättern und Produktseiten, abgerufen am 18.10.2026. Mehr zu den Begriffen findest du im Glossar unter Flipchart-Papier und Flipchart-Block.
Häufige Fragen
Welches Format hat normales Flipchart-Papier?
Am häufigsten ist 68 × 99 cm, daneben sind 65 × 98 cm (oft „Euro“ genannt), 65 × 100 cm und 63 × 98 cm verbreitet. Eine Norm wie bei DIN A gibt es für Flipchart-Blöcke nicht. Alle diese Formate passen auf die meisten Gestelle, solange der Block eine Universallochung hat.
Ist Flipchart-Papier DIN A1?
Nein. DIN A1 misst nach ISO 216 nur 59,4 × 84,1 cm und ist damit fast 15 cm kürzer als ein Standardblock. A1-Blöcke gibt es zwar, sie sind aber für Tisch-Flipcharts gedacht. Auf einem normalen Gestell bleibt unten ein breiter leerer Streifen.
Wie viel g/m² sollte Flipchart-Papier haben?
Für Workshops mit kräftigen Markern sind 80 g/m² die sichere Wahl, weil kaum etwas auf das nächste Blatt durchdrückt. 70 g/m² reichen für die meisten Besprechungen. 55 bis 60 g/m² taugen für Notizen, die du nicht aufhebst und nicht an die Wand hängst.
Wie schwer ist ein Flipchart-Block?
Rechne Blattfläche × Grammatur × Blattzahl. Ein Block mit 20 Blatt in 68 × 99 cm und 80 g/m² wiegt so rund 1,1 kg, ein Fünferpack also gut 5 kg. Nobo gibt für seinen 20-Blatt-Block mit 60 g/m² ein Gesamtgewicht von 790 g an.
Passt jeder Flipchart-Block auf jedes Flipchart?
Fast jeder, wenn Block und Gestell eine Universallochung beziehungsweise verstellbare Haken haben. Probleme machen vor allem kleine Formate wie 58 × 81 cm oder A1 auf großen Gestellen und Blöcke ohne Lochung, die nur in eine Klemmleiste passen. Miss vor dem Kauf den Abstand der Haken an deinem Gestell.
Kariert oder blanko: was ist besser?
Kariert ist besser, wenn du frei vor der Gruppe schreibst, weil das helle Raster die Zeilen gerade hält und aus der Entfernung kaum auffällt. Blanko nimmst du für Zeichnungen, Fotos der Ergebnisse ohne Gitter und vorbereitete Plakate.
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