Flipchart: Größe, Papier, Ständer und Gestaltung erklärt

Ein Flipchart ist ein Gestell mit einem großen Papierblock, dessen Blätter du nach oben umschlägst. Der übliche Block misst 68 × 99 cm, hat 20 Blatt und eine 6-fach-Lochung, die auf fast jedes Gestell passt. Für Gruppen bis etwa 20 Personen ist ein Flipchart das einfachste Werkzeug, um Ideen sichtbar festzuhalten, wenn du Großbuchstaben etwa 4 cm hoch schreibst.

Kurz gesagt

  • Standardgröße für Flipchart-Papier ist 68 × 99 cm, einige Hersteller wie Legamaster nutzen 65 × 98 cm.
  • Ein Dreibein-Flipchart ist leicht und klappbar, ein Modell mit Rollen und Rundfuß steht stabiler, wiegt aber oft 20 kg und mehr.
  • Fürs Papier nimmst du Flipchart-Marker mit Keilspitze, die nicht durchschlagen, für die Whiteboard-Fläche dahinter Boardmarker.
  • Lesbar wird ein Blatt mit etwa 4 cm hohen Großbuchstaben, 8 cm Zeilenabstand und dunkler Schrift in Schwarz oder Blau.
  • Für Kartenabfragen mit Gruppen ist eine Moderationswand die bessere Ergänzung, nicht ein zweites Flipchart.

Was ist ein Flipchart?

Der Duden beschreibt das Flipchart als Gestell, an dem ein großer Papierblock befestigt ist, dessen Blätter sich nach oben umschlagen lassen. Das Wort kommt aus dem Englischen, von „to flip“ für umdrehen und „chart“ für Schaubild. Erlaubt sind übrigens beide Artikel: das Flipchart und der Flipchart.

Der große Vorteil gegenüber einer Tafel: Was du aufschreibst, bleibt erhalten. Du blätterst um, reißt ein Blatt ab, hängst es an die Wand und hast am Ende des Tages alle Ergebnisse sichtbar im Raum. Ein Foto der Blätter ist dann gleich das Protokoll. Die meisten Gestelle haben hinter dem Block zusätzlich eine beschreibbare Whiteboard-Fläche, oft magnetisch, sodass du das Flipchart ohne Papier auch als kleines Whiteboard nutzen kannst.

Typische Einsatzorte sind Seminare, Workshops, Teambesprechungen, Vereinsversammlungen und Schulungen. Im Privathaushalt taucht das Flipchart seltener auf, wird aber gern für Hausaufgaben und Lernpläne genutzt, weil sich Kinder ein großes Blatt besser merken als ein Heft.

Flipchart-Größe: Papier und Tafel

Beim Thema Flipchart-Größe musst du zwei Maße unterscheiden: den Flipchart-Block und die Tafel, auf der er hängt. Ein Normmaß wie bei DIN-A-Formaten gibt es nicht, in der Praxis haben sich aber wenige Größen durchgesetzt.

WasÜbliches MaßBeispiel aus Herstellerdaten
Flipchart-Block (Standard)68 × 99 cmFRANKEN und Ursus, je 20 Blatt, 6-fach-Lochung
Flipchart-Block (Variante)65 × 98 cmLegamaster, 20 Blatt, 80 g/m²
Schreibtafel des Gestellsca. 67 bis 70 cm breit, 95 bis 105 cm hochLegamaster Universal: 68 × 105 cm
Papierstärke70 bis 80 g/m²Ursus: 80 g/m²

Die 6-fach-Lochung ist so verteilt, dass sie auf die Haken der allermeisten Gestelle passt. Viele Ständer haben zusätzlich verstellbare Haken und eine Klemmleiste, Legamaster beschreibt das bei seinen Universal-Modellen als Papierklemme mit verstellbaren Papierhaken für alle gängigen Blockformate. Wenn du Blöcke verschiedener Hersteller nutzt, ist so ein Blockhalter Gold wert.

Flipchart-Papier: blanko, kariert oder Rolle

Flipchart-Papier gibt es blanko, kariert und in Kombination, also eine Seite kariert und eine blanko. Das feine Raster liegt meist bei etwa 2,5 cm und hilft enorm, gerade zu schreiben und Zeilen gleichmäßig zu verteilen. Es ist so hell gedruckt, dass es aus ein paar Metern Entfernung kaum auffällt.

  • Blanko: für Zeichnungen, Bilder und vorbereitete Blätter mit Bleistift-Vorzeichnung.
  • Kariert: für alle, die frei vor der Gruppe schreiben. Die meisten Moderatoren nutzen kariertes Papier.
  • Mikroperforation: Eine feine Perforation unter der Lochung sorgt dafür, dass das Blatt sauber abreißt und nicht schief ausfranst. Ursus und FRANKEN geben das bei ihren Blöcken an.
  • Papierrolle: Für Ständer mit Rollenhalter oder für lange Zeitachsen an der Wand. Du schneidest so lang ab, wie du brauchst.

Achte auf die Grammatur. 80 g/m² ist dick genug, damit gängige Flipchart-Marker nicht auf das nächste Blatt durchdrücken. Sehr dünnes Papier um 60 g/m² ist günstiger, schlägt aber bei kräftigen Farben schnell durch. Für den Vorrat reichen karierte Flipchart-Blöcke in 68 × 99 cm* im Fünferpack.

Praxis-Tipp

Bereite schwierige Blätter vor dem Termin mit hellem Bleistift vor. Die Bleistiftlinien sieht aus drei Metern niemand, und du ziehst sie vor der Gruppe nur noch mit dem Marker nach. So wirkt jede Skizze sicher, auch wenn du nicht zeichnen kannst.

Flipchart-Ständer: Dreibein, Rollen oder Wand

Bei den Gestellen gibt es zwei Grundbauarten und ein paar Sonderformen. Welche passt, hängt vor allem davon ab, ob das Flipchart an einem Ort bleibt oder ständig mitgenommen wird.

Dreibein-Flipchart

Der Klassiker steht auf drei ausziehbaren Beinen und lässt sich zusammenklappen. Drei Beine wackeln auch auf unebenem Boden nicht, deshalb funktioniert das Dreibein in Seminarräumen, Vereinsheimen und draußen. Nachteil: Beim kräftigen Abreißen eines Blattes oder beim Schreiben am oberen Rand kippt es leichter nach vorn. Stell dich beim Abreißen seitlich und halte das Gestell mit der anderen Hand.

Mobiles Flipchart mit Rollen

Modelle mit vier Beinen, Sternfuß oder Rundfuß stehen auf Rollen, die sich meist feststellen lassen. Sie sind stabiler und rollen in Sekunden von einem Raum in den anderen. Dafür sind sie schwer: Legamaster gibt für ein Universal-Flipchart mit Rundfuß 21 kg an. Ins Auto packst du so ein Gestell nicht nebenbei.

Wand- und Tisch-Flipchart

Für kleine Räume gibt es Flipcharts zur Wandmontage. Sie bestehen aus einer Tafel mit Blockhalter, die du wie ein Whiteboard an die Wand schraubst. Tisch-Flipcharts sind kleine Aufsteller mit A1- oder kleineren Blöcken für Besprechungen am Tisch. Für Gruppen ab etwa sechs Personen sind sie zu klein.

Worauf du beim Ständer achten solltest

  • Höhenverstellung: Die Oberkante des Blocks sollte für dich bequem erreichbar sein, ohne dass die unterste Zeile im Kniebereich landet.
  • Universal-Blockhalter: Klemmleiste plus verstellbare Haken, damit jeder Block passt.
  • Whiteboard-Fläche: Lackiert oder emailliert und magnetisch, dann nutzt du das Gestell auch ohne Papier.
  • Seitenarme: Manche Modelle haben ausziehbare Arme, an die du fertige Blätter neben das aktuelle hängen kannst.
  • Stiftablage: Eine Ablage, die beim Umblättern nicht im Weg ist.

Ein guter Einstieg für Seminar und Verein sind höhenverstellbare Dreibein-Flipcharts mit magnetischer Fläche*. Wer einen festen Besprechungsraum ausstattet, greift besser zum mobilen Modell mit Rollen.

Flipchart oder Whiteboard?

Beide ergänzen sich mehr, als dass sie sich ersetzen. Die Frage ist, ob deine Notizen bleiben sollen oder ob du sie nach dem Termin wegwischst.

FlipchartWhiteboard
Ergebnisse bleiben erhaltenja, Blätter lassen sich abreißen und aufhängennein, nur per Foto
Laufende KostenPapier und Markernur Marker und Reiniger
Flächeein Blatt etwa 0,67 m², beliebig vielefest, z. B. 120 × 90 cm = 1,08 m²
Mobilja, meist zusammenklappbarnur als mobiles Whiteboard auf Rollen
VorbereitenBlätter lassen sich vorher fertig gestaltennur direkt vor Ort
Gut fürWorkshops, Seminare, Agenda, ErgebnissePlanung, Erklärungen, tägliche Notizen

Wenn du eine feste Fläche für tägliche Notizen suchst, ist ein Whiteboard die bessere Wahl. Was du beim Kauf beachten solltest, steht im Ratgeber Whiteboard kaufen, und welches Format an deine Wand passt, rechnet der Größen-Finder aus. Ein Flipchart mit Whiteboard-Fläche ist der Kompromiss für alle, die beides gelegentlich brauchen.

Die richtigen Stifte für das Flipchart

Auf Papier gehören Flipchart-Marker. Sie haben meist eine Keilspitze, mit der du je nach Haltung breite oder schmale Striche ziehst, und sie sind so gemacht, dass sie nicht auf das nächste Blatt durchschlagen. Viele sind auf Wasserbasis und riechen kaum.

Wichtig ist die Trennung: Flipchart-Marker gehören nicht auf die Whiteboard-Fläche des Gestells, weil sie sich dort meist nicht trocken abwischen lassen. Umgekehrt schreiben Whiteboard-Marker zwar auf Papier, wirken dort aber oft blasser. Welche Boardmarker für die Tafel taugen, erklärt der Ratgeber zu Whiteboard-Markern. Für das Papier sind Flipchart-Marker mit Keilspitze im Set* mit Schwarz, Blau, Rot und Grün eine solide Grundausstattung.

Flipchart gestalten: Regeln, die wirklich helfen

Ein gutes Flipchart muss nicht hübsch sein, sondern aus der letzten Reihe lesbar. Die TU Darmstadt nennt in ihrem Didaktik-Tipp zum Flipchart-Schreiben konkrete Maße, an denen du dich gut orientieren kannst.

Schrift: Höhe, Abstand, Haltung

  • Großbuchstaben etwa 4 cm hoch, Kleinbuchstaben sowie Ober- und Unterlängen jeweils etwa 2 cm.
  • Zeilenabstand etwa 8 cm von Zeile zu Zeile. Auf einem 99 cm hohen Blatt bleiben damit nach Rand und Überschrift realistisch acht bis neun Zeilen.
  • Druckschrift in Groß- und Kleinbuchstaben, keine Schreibschrift. Reine Großbuchstaben nur für Überschriften, sie lesen sich in längeren Zeilen schlechter.
  • Marker mit der breiten Seite aufsetzen, damit die Linien kräftig werden. Für dünne Linien drehst du die Keilspitze.
  • Stichworte statt Sätze: höchstens fünf bis sieben Wörter pro Zeile.

Farben gezielt einsetzen

Text schreibst du in Schwarz oder Dunkelblau, das ist aus der Entfernung am besten lesbar. Rot und Grün nimmst du nur für Akzente, Rahmen und Pfeile. Dafür gibt es einen handfesten Grund: Rund jeder zwölfte Mann hat eine Rot-Grün-Sehschwäche, ein rot-grünes Plus-Minus-Schema funktioniert für ihn nicht. Mehr als drei Farben pro Blatt wirken schnell unruhig.

Aufteilung des Blattes

  • Überschrift oben, zwei Kästchen hoch, gern mit Rahmen oder Unterstreichung.
  • Rand von etwa 5 cm links und rechts frei lassen, damit nichts gequetscht wirkt.
  • Das untere Viertel möglichst frei lassen: Bei Sitzreihen sieht es die zweite Reihe oft nicht mehr.
  • Erst Text, dann Deko: Rahmen, Farbflächen und Symbole kommen am Schluss, sonst fehlt dir der Platz.
  • Ein Thema pro Blatt. Lieber umblättern als quetschen.

Einfache Symbole machen jedes Blatt lebendiger: ein Strichmännchen, eine Glühbirne für Ideen, ein Häkchen für Erledigtes, eine Zielscheibe für Ziele, eine Wolke für offene Fragen. Du musst nicht zeichnen können. Fünf Symbole, die du sicher beherrschst, reichen für die meisten Workshops.

Das „Herzlich willkommen“-Flipchart

Das Begrüßungsblatt steht schon, wenn die Teilnehmenden den Raum betreten, und setzt den Ton. Oben „Herzlich willkommen“ in großer Schrift, darunter Titel und Datum der Veranstaltung. Ein einfaches Bild wie eine aufgehende Sonne, eine offene Tür oder ein Weg mit Ziel gibt dem Blatt einen Blickfang. Unten ist Platz für den Namen des Teams oder ein „Schön, dass ihr da seid“.

Bewährte Blätter für den Rest des Tages sind die Agenda mit Uhrzeiten, ein Blatt „Erwartungen“, ein „Themenspeicher“ für Fragen, die gerade nicht passen, und zum Abschluss eine Feedback-Zielscheibe, in die jeder einen Punkt klebt.

Moderationswand als Ergänzung

Sobald eine Gruppe Ideen sammeln, sortieren und gewichten soll, stößt das Flipchart an Grenzen. Dafür gibt es die Moderationswand, eine große Pinnwand auf Füßen, oft im Format 150 × 120 cm und beidseitig nutzbar. Du bespannst sie mit Packpapier und pinnst Moderationskarten mit Pinnadeln an, die sich beliebig umhängen lassen.

Flipchart und Moderationswand sind ein klassisches Paar: Auf dem Flipchart stehen Agenda und Ergebnisse, an der Wand wird gearbeitet. Für den Dauereinsatz im Büro oder Vereinsraum reicht oft auch eine große Wand-Pinnwand aus Kork oder Filz.

So entscheidest du

Für Seminare an wechselnden Orten und im Verein nimmst du ein höhenverstellbares Dreibein mit magnetischer Whiteboard-Fläche und Universal-Blockhalter. Für einen festen Besprechungsraum lohnt sich ein mobiles Modell mit Rollen und Seitenarmen, weil es stabiler steht und schneller bereit ist. Ein Wand-Flipchart ist sinnvoll, wenn kein Platz für ein Gestell ist.

Beim Papier bleibst du bei 68 × 99 cm, 80 g/m² und kariert, dann passt es fast überall. Nimm dir für die ersten Workshops die Schreibregeln oben zu Herzen, vor allem die Schrifthöhe von etwa 4 cm. Das macht mehr aus als jedes teure Gestell.

Häufige Fragen

Was ist ein Flipchart?

Ein Flipchart ist ein Gestell mit einem großen Papierblock, dessen Blätter nach oben umgeschlagen oder abgerissen werden. Es dient dazu, in Besprechungen, Seminaren und Workshops Inhalte für eine Gruppe sichtbar festzuhalten. Viele Modelle haben hinter dem Block zusätzlich eine Whiteboard-Fläche.

Welche Größe hat Flipchart-Papier?

Das gängigste Format ist 68 × 99 cm mit 20 Blatt pro Block und 6-fach-Lochung. Einige Hersteller wie Legamaster bieten 65 × 98 cm an. Dank Universal-Blockhaltern passen beide Formate auf die meisten Gestelle.

Heißt es der oder das Flipchart?

Laut Duden ist beides richtig: das Flipchart und der Flipchart. Im Alltag ist „das Flipchart“ verbreiteter. Der Plural lautet die Flipcharts.

Welche Stifte nimmt man für ein Flipchart?

Für das Papier nimmst du Flipchart-Marker mit Keilspitze, die nicht durchschlagen. Für Text eignen sich Schwarz und Dunkelblau, Rot und Grün für Akzente. Auf der Whiteboard-Fläche hinter dem Block verwendest du ausschließlich Whiteboard-Marker.

Wie groß sollte die Schrift auf einem Flipchart sein?

Als Orientierung gelten etwa 4 cm für Großbuchstaben und 2 cm für Kleinbuchstaben, bei einem Zeilenabstand von rund 8 cm. Damit ist ein Blatt für Gruppen bis etwa 20 Personen gut lesbar. Überschriften schreibst du etwas größer.

Wie gestalte ich ein Flipchart „Herzlich willkommen“?

Schreib „Herzlich willkommen“ groß in die obere Hälfte, darunter Titel und Datum der Veranstaltung. Ein einfaches Bild wie eine Sonne oder eine offene Tür setzt einen Blickfang. Bereite das Blatt vorher mit Bleistift vor und zieh es dann mit dem Marker nach.

* Partnerlink zu Amazon. Kaufst du darüber, erhält whiteboardmarkt.de eine kleine Provision. Am Preis ändert sich für dich nichts, und auf unsere Bewertung hat das keinen Einfluss. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.