Ein guter Whiteboard-Marker schreibt kräftig, trocknet in Sekunden an und lässt sich auch nach Tagen noch trocken und rückstandsfrei abwischen. Für die meisten Boards zu Hause und im Büro ist eine Rundspitze mit etwa 2 mm Strichbreite die richtige Wahl, für Überschriften und große Flächen kommt ein Marker mit Keilspitze dazu. Nimm Whiteboard-Stifte eines Markenherstellers in Schwarz und Blau als Grundfarben, möglichst nachfüllbar, und lagere sie liegend.
Kurz gesagt
- Rundspitze mit 1,5 bis 3 mm für normale Schrift, Keilspitze für Überschriften und Tabellenlinien.
- Schwarz, Blau, Rot und Grün reichen, Gelb und Orange sind auf weißem Grund aus der Distanz kaum lesbar.
- Nachfüllbare Marker wie edding 360, Pilot V-Board Master oder Staedtler Lumocolor sparen auf Dauer Geld und Müll.
- Marker immer mit fest aufgesetzter Kappe und liegend lagern, dann trocknen sie nicht vorzeitig aus.
- Flipchart-Marker und Permanentmarker gehören nicht aufs Whiteboard.
Was einen Whiteboard-Marker ausmacht
Ein Whiteboard-Marker, oft auch Boardmarker genannt, enthält eine Tinte auf Alkoholbasis mit einem Trennmittel. Nach dem Schreiben verdunstet der Alkohol, und die Farbpigmente bleiben als dünne Schicht auf der Oberfläche liegen, ohne sich mit ihr zu verbinden. Genau deshalb lässt sich die Schrift trocken wegwischen.
Das funktioniert nur auf glatten, geschlossenen Flächen wie Emaille, Lack, Melaminharz oder Glas. Auf Papier, Holz oder einer Wand mit Dispersionsfarbe zieht die Tinte ein und bleibt. Umgekehrt haftet ein Permanentmarker auch auf dem Whiteboard, weil seine Tinte ein Bindemittel enthält, das sich festsetzt.
Bei billigen Markern ist das Verhältnis aus Pigment, Lösungsmittel und Trennmittel oft schlecht abgestimmt. Dann schreiben sie blass, schmieren beim Wischen oder hinterlassen graue Schatten. Wer sich schon einmal über ein Board geärgert hat, das nicht mehr sauber wird, sollte zuerst die Stifte tauschen. Wie du ein verschmiertes Board wieder hinbekommst, steht im Ratgeber So reinigt man ein Whiteboard richtig.
Rundspitze oder Keilspitze?
Die Spitze entscheidet darüber, wie deine Schrift aussieht und wie lange der Marker durchhält. Für die meisten Menschen ist die Rundspitze die bessere Wahl, weil sie in jedem Winkel gleich breit schreibt. Die Keilspitze ist abgeschrägt und liefert je nach Haltung einen schmalen oder einen breiten Strich.
| Rundspitze | Keilspitze | |
|---|---|---|
| Typische Strichbreite | etwa 1,5 bis 3 mm | etwa 1 bis 5 mm, je nach Haltung |
| Gut für | Fließtext, Listen, Wochenplaner, Rechenwege | Überschriften, Rahmen, Tabellenlinien, Schrift für große Räume |
| Handhabung | Schreibt in jedem Winkel gleich | Braucht etwas Übung, sonst wechselt die Strichbreite |
| Verschleiß | Gleichmäßig | Kante rundet sich mit der Zeit ab |
Meine Faustregel: Wer am Board vor allem schreibt, nimmt Rundspitzen. Wer Strukturen zeichnet, also Kanban-Spalten, Raster oder große Überschriften im Seminarraum, legt zusätzlich zwei Keilspitzen in Schwarz und Blau dazu. Für Kalender in der Küche oder kleine Boards unter 60 × 40 cm gibt es dünne Marker mit etwa 1 mm, die bei Zahlen in engen Kästchen besser funktionieren.
Strichbreite, Farbe und Lesbarkeit auf Distanz
Was am Board gut aussieht, ist vom hinteren Ende des Raums oft kaum zu entziffern. Als Faustregel plane ich pro Meter Leseabstand etwa 1 cm Buchstabenhöhe ein. Bei 6 m Abstand in einem Besprechungsraum sollten Großbuchstaben also rund 6 cm hoch sein, und dafür ist ein 2-mm-Strich schon recht dünn.
- Bis etwa 3 m Abstand (Küche, Homeoffice, Kinderzimmer): Rundspitze mit 1,5 bis 2 mm reicht völlig.
- 3 bis 6 m (Besprechungsraum, Vereinsheim): Rundspitze mit 2 bis 3 mm, Überschriften mit Keilspitze.
- Ab 6 m (Klassenzimmer, Seminarraum): Keilspitze für alles, was alle lesen müssen.
Bei den Farben gilt: Schwarz und Blau tragen die Information, Rot und Grün setzen Akzente. Gelb, Orange und helles Rosa sind auf weißem Grund aus mehr als zwei Metern Abstand schlecht lesbar. Verlass dich bei wichtigen Unterscheidungen außerdem nicht allein auf Rot und Grün, denn ein spürbarer Teil der Männer hat eine Rot-Grün-Sehschwäche. Ein zusätzliches Symbol oder Unterstreichen hilft.
Ob deine Schrift auf dem geplanten Board überhaupt Platz hat, hängt eng mit der Boardgröße zusammen. Der Größen-Finder rechnet dir aus, welche Fläche zu Raum und Leseabstand passt.
Tinte: geruchsarm, trocken oder nass abwischbar
Ältere Marker rochen stark nach Lösungsmittel. Heute sind die meisten Markenstifte als Low-Odour-Marker ausgelegt, also geruchsarm. Edding etwa beschreibt die Tinte seines edding 360 als geruchsarm und ohne zugesetztes Butylacetat. Im Kinderzimmer und in kleinen Räumen ohne Fenster würde ich nur noch solche Marker verwenden.
Wichtiger für den Alltag ist der Unterschied zwischen trocken und nass abwischbar. Ein normaler Whiteboard-Marker ist trocken abwischbar: ein Wisch mit dem Filz, und die Schrift ist weg. Nass abwischbare Marker, oft als „non-permanent“ verkauft, verschmieren bei Berührung nicht und gehen nur mit einem feuchten Tuch ab.
| Trocken abwischbar | Nass abwischbar | |
|---|---|---|
| Entfernen | Filz oder trockenes Tuch | Feuchtes Tuch |
| Verschmiert bei Berührung | Ja, leicht | Nein |
| Ideal für | Meetings, Unterricht, To-do-Listen | Jahresplaner, Dienstpläne, Folien, Beschriftungen, die Wochen bleiben sollen |
| Risiko | Bleibt die Schrift Wochen stehen, entstehen Schatten | Wer trocken wischt, verschmiert nur |
Ein Trick für Wochen- und Jahresplaner: Die festen Linien und Überschriften malst du mit einem nass abwischbaren Marker, die wechselnden Einträge schreibst du mit trocken abwischbaren Stiften. So wischst du die Termine weg, ohne jedes Mal das Raster neu zeichnen zu müssen. Teste das aber zuerst in einer Ecke, auf manchen lackierten Boards bleiben auch von nass abwischbaren Markern leichte Schatten zurück.
Nachfüllbare Whiteboard-Marker
Ein Whiteboard-Marker ist meist leer, lange bevor die Spitze verschlissen ist. Bei einem nachfüllbaren Marker gibst du nur neue Tinte hinein und nutzt Gehäuse und Spitze weiter. Wer viel am Board arbeitet, spart damit auf Dauer spürbar, und der Plastikmüll wird deutlich kleiner.
- edding 360: Rundspitze mit 1,5 bis 3 mm Strichbreite. Laut Produktseite von edding in Schwarz, Rot, Blau und Grün mit der Nachfülltinte edding BTK 25 nachfüllbar, Ersatzspitzen gibt es ebenfalls. Dieselbe Tinte passt laut edding auch in den edding 28 EcoLine.
- Pilot V-Board Master: Statt Tinte aus der Flasche tauschst du hier eine Patrone. Die Marker haben ein Sichtfenster, an dem du den Tintenstand ablesen kannst, und es gibt sie mit Rund- und Keilspitze.
- Staedtler Lumocolor Whiteboard-Marker: Den Lumocolor 351 mit Rundspitze (etwa 2 mm) und den 351 B mit Keilspitze füllst du über eine Nachfüllstation von Staedtler wieder auf.
Wichtig ist nur, dass du die Tinte desselben Herstellers verwendest. Mischst du Systeme, kann die Abwischbarkeit leiden. Auch Legamaster weist darauf hin, dass optimale Beschreib- und Abwischbarkeit nur mit aufeinander abgestimmten Produkten garantiert ist. Ein guter Startpunkt sind nachfüllbare Whiteboard-Marker im 4er-Set* plus eine Flasche Nachfülltinte in Schwarz, weil Schwarz am schnellsten leer ist.
Warum Marker eintrocknen und wie du sie lagerst
Die Tinte basiert auf Alkohol, und der verdunstet, sobald die Spitze offen liegt. Ein Marker, der eine Nacht ohne Kappe auf der Ablage liegt, ist danach oft blass oder ganz trocken. Auch eine Kappe, die nicht hörbar einrastet, reicht schon, damit über Wochen Lösungsmittel entweicht.
Die zweite Ursache ist die Lagerung. Legamaster empfiehlt in seiner Pflegeanleitung, Boardmarker möglichst waagerecht zu lagern. Steht ein Marker wochenlang mit der Spitze nach oben im Becher, sackt die Tinte nach unten, und die Spitze trocknet aus. Steht er auf der Spitze, kann sie überlaufen und beim ersten Strich klecksen.
Praxis-Tipp
Ein Marker, der nach einer Pause blass schreibt, ist oft noch nicht leer. Kappe drauf, ein paar Stunden liegend lagern, dann zieht die Tinte wieder in die Spitze. Ist er wirklich eingetrocknet, kannst du die Spitze als Notlösung kurz in etwas Isopropanol tauchen. Das klappt nicht immer und bei Marken mit Nachfülltinte ist Nachfüllen die sauberere Lösung.
Für die Lagerung am Board selbst ist eine Stiftablage oder ein magnetischer Stifthalter am praktischsten, in dem die Marker liegen statt stehen. Welche Halter wirklich etwas taugen, steht im Ratgeber Auf das richtige Whiteboard-Zubehör kommt es an.
Flipchart-Marker, Kreidemarker, Permanentmarker
Im Büro liegen oft alle Stifte durcheinander, und die Verwechslung ist der häufigste Grund für ein ruiniertes Board. Deshalb hier die Unterschiede.
Flipchart-Marker sind keine Whiteboard-Marker
Flipchart-Marker sind für Papier gemacht. Ihre Tinte ist meist wasserbasiert, schlägt nicht durch das Blatt durch und trocknet nicht so schnell aus, wenn die Kappe mal eine Weile offen ist. Auf dem Whiteboard haften sie dagegen oft so fest, dass trockenes Wischen nicht reicht. Umgekehrt schreiben Whiteboard-Marker auf Flipchart-Papier zwar, schlagen aber häufig auf das nächste Blatt durch. Mehr zu Papier, Ständer und Stiften für Workshops findest du im Ratgeber Flipchart.
Kreidemarker nur auf freigegebenen Flächen
Kreidemarker enthalten eine deckende, flüssige Kreidefarbe, die mit einem feuchten Tuch abgeht. Auf Glas und auf schwarzen Glas- oder Kreidetafeln, die der Hersteller dafür freigibt, sehen sie sehr gut aus. Auf porösen Schiefertafeln können die Pigmente einziehen und Schatten hinterlassen. Auf einem weißen Whiteboard bringen sie wenig, weil weiße oder pastellige Farben dort kaum Kontrast haben.
Wer eine schwarze oder farbige Glastafel hat, braucht dagegen helle Stifte. Viele Hersteller bieten dafür eigene Glasboard-Marker in Weiß oder Neonfarben an. Mehr dazu im Ratgeber zum Glas-Whiteboard.
Permanentmarker: nur im Notfall für Linien
Permanentmarker haben am Whiteboard nichts zu suchen. Ist es doch passiert, übermalst du die Schrift mit einem Whiteboard-Marker und wischst beides ab. Manche Lehrkräfte ziehen feste Rasterlinien bewusst mit Permanentmarker. Das ist auf Emaille und Glas machbar, weil man die Linien später mit Isopropanol wieder entfernen kann, auf einem lackierten Board würde ich es lassen.
Worauf du beim Kauf von Whiteboard-Stiften achtest
- Marke statt No-Name: Die Abwischbarkeit hängt stark von der Rezeptur ab. Gerade bei Sets mit 20 Farben für wenige Euro sind oft Stifte dabei, die Schatten hinterlassen.
- Nachfüllbar: Lohnt sich nach meiner Faustregel, sobald du mehr als einen Satz Marker im Jahr verbrauchst.
- Geruchsarm: Bei Kindern und in kleinen Räumen Pflicht.
- Clip und Kappe: Eine Kappe, die fest einrastet, ist wichtiger als jede Zusatzfunktion.
- Marker mit Schwamm am Deckel: Praktisch für kleine Boards am Kühlschrank, für größere Flächen ersetzt das keinen richtigen Wischer.
- Farbauswahl: Vier Farben reichen fast immer, mehr Farben machen ein Board eher unübersichtlich.
Preislich liegen Markenmarker im 4er-Set grob zwischen 5 und 12 € (Stand Oktober 2026). Günstige Marker aus dem Discounter funktionieren auf einem Kinderboard durchaus, auf einem Board, das täglich benutzt wird, merkst du den Unterschied nach einigen Wochen an der Oberfläche. Für kleine Schreibflächen eignen sich dünne Whiteboard-Marker mit rund 1 mm*.
So entscheidest du
Für zu Hause und das Homeoffice: ein 4er-Set Rundspitzen eines Markenherstellers, geruchsarm, dazu ein dünner Marker für Kalender und kleine Kästchen. Wenn die ersten Stifte leer sind, steigst du auf ein nachfüllbares System um.
Für Büro, Schule und Verein: nachfüllbare Marker mit Rundspitze für alle, zwei Keilspitzen für Überschriften und eine Flasche Nachfülltinte in Schwarz und Blau. Lege außerdem fest, wo die Marker liegen, und halte Flipchart- und Permanentmarker räumlich davon getrennt. Das spart dir mehr Ärger als jeder teure Reiniger.
Häufige Fragen
Welche Whiteboard-Marker sind die besten?
Gut sind Marker von Markenherstellern, die kräftig schreiben, geruchsarm sind und sich nachfüllen lassen. Bekannte nachfüllbare Modelle sind edding 360, Pilot V-Board Master und Staedtler Lumocolor 351. Wichtiger als die Marke ist, dass du Tinte und Marker desselben Systems verwendest und die Stifte richtig lagerst.
Kann man Whiteboard-Marker nachfüllen?
Ja, viele Markenmarker sind nachfüllbar. Beim edding 360 nutzt du die Nachfülltinte edding BTK 25, beim Pilot V-Board Master tauschst du eine Patrone, und Staedtler bietet für die Lumocolor-Whiteboard-Marker eine Nachfüllstation an.
Wie lagert man Whiteboard-Marker richtig?
Mit fest aufgesetzter Kappe und möglichst waagerecht, so empfiehlt es auch Legamaster. Stehend mit der Spitze nach oben trocknet die Spitze schneller aus, stehend nach unten kann sie überlaufen.
Kann ich Flipchart-Marker auf dem Whiteboard benutzen?
Lieber nicht. Flipchart-Marker sind für Papier gemacht und haften auf Whiteboards oft so fest, dass sie sich nicht trocken abwischen lassen. Falls es passiert ist, übermalst du die Schrift mit einem Whiteboard-Marker und wischst beides weg.
Welche Strichbreite ist für ein Whiteboard richtig?
Für Leseabstände bis etwa 3 m reicht eine Rundspitze mit 1,5 bis 2 mm. In Besprechungs- und Klassenräumen solltest du für Überschriften eine Keilspitze nehmen, die bis etwa 5 mm breit schreibt.
Warum lässt sich mein Whiteboard-Marker nicht mehr wegwischen?
Entweder war es kein Whiteboard-Marker, die Schrift stand sehr lange auf dem Board, oder die Oberfläche ist abgenutzt. Übermale die Stellen mit einem frischen Marker und wische ab, bei hartnäckigen Resten hilft Isopropanol auf einem Tuch.
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