Für die Küche nimmst du am besten eine Magnettafel aus lackiertem oder emailliertem Stahl in etwa 60 × 40 cm und hängst sie neben den Kühlschrank, an die Tür oder an eine freie Wand, aber nicht hinter das Kochfeld und nicht direkt über die Spüle. Glas sieht edler aus, hält aber nur Neodym-Magnete und wiegt in großen Formaten so viel, dass Kleben ausscheidet. Wer viel anpinnt, also Wochenplan, Einkaufsliste und Kita-Zettel gleichzeitig, braucht eher 80 × 50 oder 90 × 60 cm.
Kurz gesagt
- Beste Wahl für den Alltag: lackierter oder emaillierter Stahl, feucht abwischbar, hält auch einfache Magnete.
- Nicht hinter Herd oder Backofenöffnung: Neodym-Magnete verlieren ab etwa 80 °C dauerhaft Haftkraft.
- In der Nische über der Arbeitsplatte ist nach oben meist bei rund 40 cm Tafelhöhe Schluss.
- 60 × 40 cm reicht für Einkaufsliste und zwei, drei Zettel, mit Wochenplan wird es eng.
- Ohne Bohren geht es mit leichten Stahltafeln um 1 kg auf Fliesen, eine Glastafel gehört an Schrauben.
Wo die Tafel in der Küche hängen sollte
Die meisten Shops zeigen hübsche Motive, sagen aber nichts dazu, wo so eine Tafel überhaupt hinpasst. Dabei entscheidet der Platz über alles andere: über die Größe, das Material und die Befestigung. Eine Küche hat Zonen mit Hitze, Dampf und Spritzwasser, und genau dort hält eine Tafel weniger lange, als die Produktfotos vermuten lassen.
| Platz | Eignung | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Wand neben Kühlschrank oder Küchentür | Sehr gut | Laufweg, Augenhöhe, Platz für eine breite Tafel |
| Nische zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank | Gut | Höhe begrenzt, Steckdosen und Spritzer vom Schneiden |
| Seitenwand eines Hochschranks | Gut | Nur kleine, leichte Tafeln, Schrankwand nicht anbohren, wenn sie dünn ist |
| Über der Spüle | Mäßig | Spritzwasser und Dampf, Magnete und Papier leiden |
| Hinter Kochfeld oder neben der Backofenöffnung | Ungeeignet | Hitze, Fettnebel, Papier in Flammennähe |
Die Nische über der Arbeitsplatte ist der Platz, an dem die meisten zuerst denken. Sie hat aber ein festes Maß nach oben. Als Mindestabstand zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank nennt der Ratgeber von sanier.de 50 cm (aktualisiert am 15.06.2025). Ziehst du davon unten etwa 5 cm für Steckdosen und Spritzer ab und oben etwas Luft zum Abnehmen der Magnete, bleibt eine Tafelhöhe von rund 40 cm. Das passt genau zu einem Querformat 60 × 40 cm. Ein Hochformat oder 90 × 60 cm bekommst du dort in einer normalen Einbauküche nicht unter.
Hinter das Kochfeld gehört keine Tafel, auch keine aus Glas. Glashersteller empfehlen für den Kochfeldbereich ohnehin ausschließlich vorgespanntes Sicherheitsglas, weil normales Glas bei hoher thermischer Belastung springen kann. So steht es in der Produktinformation 009 der Flachglas Wernberg GmbH (Stand 01/2020). Eine Magnettafel ist aber keine Küchenrückwand: Am Herd hängen Zettel aus Papier, und die Magnete selbst vertragen die Wärme schlecht, dazu gleich mehr.
Welches Material Fett, Dampf und Spritzer verträgt
In der Küche legt sich mit der Zeit ein dünner Fettfilm auf jede Fläche. Auf einer Bürotafel passiert das nicht, deshalb ist die Frage nach der Oberfläche hier wichtiger als die nach der Farbe. Grundsätzlich hast du vier Bauarten zur Auswahl.
| Bauart | Beschreibbar | Magnete | In der Küche |
|---|---|---|---|
| Stahl, lackiert | Ja, mit Boardmarker | Ferrit und Neodym | Günstig, leicht, gut abwischbar. Lack kann mit den Jahren Schatten von Markern behalten. |
| Stahl, emailliert | Ja | Ferrit und Neodym | Am robustesten gegen Reiniger und Kratzer, meist etwas teurer. |
| Glas mit Stahlrücken | Ja, mit Board- oder Glasboardmarker | Nur Neodym | Fett lässt sich am leichtesten entfernen, aber schwer und nur verschraubt. |
| Bedruckte Tafel mit Motiv | Oft nicht oder nur eingeschränkt | Je nach Aufbau | Reine Pinnfläche. Ob du darauf schreiben darfst, steht im Datenblatt. |
Eine emaillierte Oberfläche ist die solideste Wahl, wenn die Tafel täglich beschrieben und geputzt wird. Für eine Familienküche reicht lackierter Stahl aber in aller Regel aus, weil dort mehr angepinnt als geschrieben wird. Bei Glas solltest du wissen, wie viel Gewicht an die Wand kommt. Die Glasmagnettafel von tulup in 100 × 70 cm wiegt laut Händler-Datenblatt bei OBI 12 kg, bei 6 mm gehärtetem Floatglas mit Stahlplatte (Herstellerangabe, abgerufen am 14.10.2026). Eine lackierte Stahltafel von Franken in 40 × 60 cm bringt laut Händler-Datenblatt dagegen 1 kg auf die Waage (Herstellerangabe, abgerufen am 14.10.2026). Dieser Unterschied entscheidet später, ob du kleben darfst.
Glas lohnt sich, wenn die Tafel im offenen Wohnbereich hängt und dort gut aussehen soll. Achte dann auf ESG-Sicherheitsglas. Sigel gibt für seine Glas-Magnettafeln zum Beispiel ESG nach EN 12150-1 an, laut Händlerseite (abgerufen am 14.10.2026). Mehr zu den Vor- und Nachteilen steht im Ratgeber zum Glas-Whiteboard.
Praxis-Tipp
Bei bedruckten Motivtafeln steht oft nur „magnetisch“ in der Beschreibung. Such im Datenblatt nach „beschreibbar“ oder „trocken abwischbar“. Fehlt das, plane die Tafel als reine Pinnfläche und schreib den Einkaufszettel auf Papier.
Welche Größe du wirklich brauchst
Die Größe rechnest du am einfachsten über das, was an der Tafel hängen soll. Als Faustregel brauchst du pro Blatt im A4-Format etwa 25 × 32 cm Fläche mit Rand, also rund 800 cm². Ein A5-Zettel braucht etwa 17 × 23 cm, rund 400 cm². Dazu kommt ein Drittel Reserve, weil Tafeln in der Küche nie leerer werden.
Ein Beispiel aus einer typischen Familienküche: ein Wochenplan in A4, ein Speiseplan der Kita in A4, zwei Zettel in A5 (Elternbrief, Termin beim Kinderarzt) und eine Schreibfläche für die Einkaufsliste von 20 × 30 cm.
| Posten | Fläche |
|---|---|
| 2 × A4 (je 800 cm²) | 1.600 cm² |
| 2 × A5 (je 400 cm²) | 800 cm² |
| Schreibfläche 20 × 30 cm | 600 cm² |
| Zwischensumme | 3.000 cm² |
| plus ein Drittel Reserve | 4.000 cm² |
Eine Tafel in 60 × 40 cm hat 2.400 cm². Das reicht in diesem Beispiel nicht. Mit 80 × 50 cm (4.000 cm²) passt es genau, mit 90 × 60 cm (5.400 cm²) hast du Luft. Ohne Wochenplan und Kita-Plan, also nur Einkaufsliste und ein paar Zettel, kommst du dagegen mit der Größe 60 × 40 cm gut aus. Wenn du unsicher bist, rechnet der Größen-Finder das mit deinen eigenen Posten durch.
- Wenn die Tafel in die Nische über der Arbeitsplatte soll, dann ist 60 × 40 cm im Querformat praktisch das Maximum.
- Wenn Wochenplan und Schulzettel dazukommen, dann brauchst du eine freie Wand und mindestens 80 × 50 cm.
- Wenn du nur Fotos und Postkarten zeigen willst, dann tut es auch eine kleine Tafel ab 40 × 30 cm, beschreibbar muss sie nicht sein.
Welche Magnete in der Küche halten
Auf Stahl halten einfache Ferrit-Magnete einen Zettel problemlos. Auf Glas sieht das anders aus, weil die Scheibe den Abstand zum Stahl vergrößert. Für die Glasmagnettafel von tulup schreibt der Hersteller deshalb ausdrücklich, die Fläche sei „nur für Neodym-Magnete geeignet“, normale Magnete seien zu schwach (Herstellerangabe im OBI-Datenblatt, abgerufen am 14.10.2026). Mitgeliefert werden fünf Stück in 10 × 4 mm. Für einen Wochenplan auf Karton reicht das, für einen Stapel Rezepte nicht.
In der Küche zählen bei Neodym-Magneten zwei Dinge, die im Büro egal sind. Erstens die Wärme: Der Hersteller Brugger gibt in seinem Datenblatt für Neodym-Quadermagnete eine maximale Einsatztemperatur von 80 °C an (abgerufen am 14.10.2026). Laut den Sicherheitshinweisen von supermagnete (Dokumentstand 2012-07) verlieren die meisten Neodym-Magnete ab 80 °C dauerhaft einen Teil ihrer Haftkraft. Neben dem Backofen, über dem Toaster oder am Dampf der Spülmaschine kann das schneller erreicht sein, als man denkt. Zweitens die Feuchtigkeit: Neodym rostet ohne Schutzschicht. Brugger beschichtet deshalb mit Nickel-Kupfer-Nickel, und supermagnete rät, die Magnete nur im trockenen Innenbereich zu verwenden.
Achtung
Kleine Neodym-Magnete sind für Kleinkinder gefährlich. Werden mehrere verschluckt, können sie sich durch die Darmwand hindurch anziehen und festsetzen, warnt supermagnete in den Sicherheitshinweisen. Häng die Tafel in Familien mit kleinen Kindern so hoch, dass die Magnete außer Reichweite sind, oder nimm auf Stahl größere Ferrit-Magnete.
Brauchst du Nachschub, sind Neodym-Magnete für Glastafeln* mit Griff oder Kappe in der Küche praktischer als flache Scheiben, weil du sie auch mit feuchten Fingern abbekommst.
Kühlschrank, Fliesen, Mietwohnung
Viele wollen in der Küche nicht bohren, vor allem nicht in Fliesen. Dafür gibt es drei Wege, und jeder hat eine klare Grenze.
Der Kühlschrank als Tafel. Eine lackierte Kühlschranktür aus Stahlblech ist im Grunde schon eine Magnettafel. Bei Edelstahlfronten klappt das nicht immer. Der verbreitete austenitische Edelstahl 1.4301 ist nur schwach ferromagnetisch, wie das Merkblatt 827 der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei (1. Auflage 2013) beschreibt, ferritische Sorten dagegen sind voll magnetisch. Halte vor dem Kauf einen normalen Kühlschrankmagneten an die Tür. Rutscht er ab, bringt dir auch eine flexible Magnettafel mit Magnetrücken dort nichts.
Kleben auf Fliesen. Leichte Tafeln kannst du auf glatten Fliesen mit Klebestreifen befestigen. Die tesa Powerstrips für Fliesen und Metall halten laut Händlerangabe bei toom maximal etwa 2 kg pro Streifen (abgerufen am 14.10.2026). Für eine 1-kg-Stahltafel nimmst du als Faustregel mindestens zwei Streifen, damit genug Reserve für das Ziehen beim Abnehmen der Magnete bleibt. Eine 12-kg-Glastafel klebst du nie, die gehört mit Dübeln an die Wand. Wie das sauber geht, steht im Ratgeber Whiteboard aufhängen.
Folie statt Tafel. Magnethaftende Whiteboard-Folie lässt sich auf große, glatte Fliesen oder eine lackierte Schranktür kleben. Fliesenfugen zeichnen sich allerdings ab, und Magnete halten auf der eisenhaltigen Schicht schwächer als auf Stahlblech. Die Details findest du im Ratgeber zur selbstklebenden Whiteboard-Folie.
Sauber halten trotz Fettfilm
Der Fettfilm aus der Küche ist der Grund, warum Marker auf Küchentafeln irgendwann schmieren oder sich schlecht abwischen lassen. Wisch die Tafel alle ein bis zwei Wochen mit einem Tuch und etwas warmem Wasser mit einem Tropfen Spülmittel ab und reib sie danach trocken. Scheuermilch und kratzende Schwämme sind tabu, davon rät tulup für seine Glastafeln ausdrücklich ab. Auf lackiertem Stahl hinterlassen sie feine Kratzer, in denen sich Marker später festsetzt.
Bleiben trotzdem graue Schatten zurück, liegt es meist am Marker oder am Lack, nicht am Fett. Wie du hartnäckige Reste entfernst, ohne die Oberfläche anzugreifen, steht im Ratgeber Whiteboard reinigen.
Typische Fehler beim Kauf
| Fehler | Folge | So vermeidest du ihn |
|---|---|---|
| Glastafel gekauft, normale Magnete im Haus | Zettel rutschen ab | Neodym-Magnete gleich mitbestellen |
| Tafel für die Nische zu hoch gewählt | Passt nicht unter den Oberschrank | Abstand Arbeitsplatte bis Schrank messen, 10 cm abziehen |
| Motivtafel als Schreibtafel gedacht | Marker lässt sich nicht entfernen | Im Datenblatt nach „beschreibbar“ suchen |
| Edelstahl-Kühlschrank als Untergrund eingeplant | Magnetrücken hält nicht | Vorher mit einem Magneten testen |
| Schwere Tafel auf Fliesen geklebt | Tafel löst sich, Fliese oder Tafel bricht | Gewicht im Datenblatt prüfen, ab einigen Kilo verschrauben |
| Tafel neben dem Backofen | Neodym-Magnete werden schwächer, Zettel werden fettig | Mindestens eine Schrankbreite Abstand halten (Faustregel) |
Meine Empfehlung
Für die meisten Küchen ist eine weiße oder schwarze Magnettafel aus lackiertem Stahl die beste Lösung. Sie wiegt wenig, hält auch einfache Magnete, verträgt feuchtes Abwischen und lässt sich auf glatten Fliesen sogar kleben. Miss zuerst den Platz aus und rechne dann die Fläche über deine Zettel. Bei der Nische über der Arbeitsplatte landest du fast immer bei 60 × 40 cm, an einer freien Wand mit Familienplan eher bei 80 × 50 oder 90 × 60 cm. Passende Modelle findest du unter Magnettafeln aus Stahl für die Küche*.
Eine Glastafel lohnt sich nur, wenn sie im Wohnbereich hängt, du bohren darfst und dir die Optik den Aufpreis für Neodym-Magnete wert ist. Kein guter Kauf ist sie in einer kleinen Mietküche mit Fliesenspiegel, wo du nicht dübeln willst, und in Haushalten mit Kleinkindern, die an die Magnete herankommen. Eine reine Motivtafel ohne Schreibfläche ist Deko. Das ist in Ordnung, nur ersetzt sie keinen Einkaufszettel. Einen breiteren Überblick über alle Bauarten und Räume gibt der Ratgeber Magnettafel.
Häufige Fragen
Welche Größe sollte eine Magnettafel für die Küche haben?
Für Einkaufsliste und ein paar Zettel reichen 60 × 40 cm. Sollen Wochenplan und Kita- oder Schulzettel dazu, brauchst du 80 × 50 bis 90 × 60 cm. Als Faustregel rechnest du pro A4-Blatt etwa 800 cm² und gibst ein Drittel Reserve dazu.
Darf eine Magnettafel neben dem Herd hängen?
Besser nicht. Neodym-Magnete verlieren laut Herstellerangaben ab etwa 80 °C dauerhaft Haftkraft, und Papierzettel gehören nicht in die Nähe von Flammen oder Kochfeld. Halte als Faustregel mindestens eine Schrankbreite Abstand zu Kochfeld und Backofenöffnung.
Halten normale Magnete an einer Glas-Magnettafel?
Meist nicht zuverlässig. Die Glasscheibe vergrößert den Abstand zum Stahl, deshalb geben Hersteller wie tulup an, dass ihre Glastafeln nur mit Neodym-Magneten funktionieren. Auf Tafeln aus lackiertem oder emailliertem Stahl halten auch einfache Ferrit-Magnete.
Kann ich eine Magnettafel auf Fliesen kleben?
Ja, wenn sie leicht ist und die Fliesen glatt sind. Klebestreifen für Fliesen halten laut Händlerangabe etwa 2 kg pro Streifen, für eine Stahltafel um 1 kg nimmst du mindestens zwei. Schwere Glastafeln wiegen schnell über 10 kg und gehören verschraubt.
Warum halten Magnete nicht an meinem Edelstahl-Kühlschrank?
Viele Kühlschrankfronten bestehen aus austenitischem Edelstahl wie 1.4301, der nur schwach magnetisch ist. Teste die Tür mit einem normalen Magneten. Hält er nicht, nimm eine Tafel für die Wand statt einer flexiblen Magnettafel für die Tür.
Wie reinige ich eine Magnettafel in der Küche?
Alle ein bis zwei Wochen mit warmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel abwischen und trocken reiben. Das löst den Fettfilm, der sonst Marker schmieren lässt. Scheuermittel und kratzende Schwämme beschädigen Lack und Glasbeschichtung.
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